Wohnen im Kreis Paderborn

Netzwerk „Der Kreis Paderborn hält zusammen – für ein Leben ohne Armut uns Ausgrenzung“ veranstaltet Fachtag zum Thema „Wohnen im Kreis Paderborn“

Als Netzwerk haben wir am 20.11.2017 zu einem Fachtag zum Thema „Wohnen im Kreis Paderborn“ eingeladen, um sich und interessierte Vertreter aus Politik, Verwaltung und von sozialen Trägern im Kreis Paderborn über die Wohnraumsituation und mögliche Handlungsnotwendigkeiten in den Kommunen des Kreises zu informieren und auszutauschen.

„In der Auswertung unseres Fachtages zum Thema Altersarmut in 2016 wurde deutlich, dass das Thema sozialverträglicher und bezahlbarer Wohnraum als Querschnittsthema zentral ist.“ – So führt Jan-Philipp Krawinkel (Sprecher des Netzwerks und Geschäftsführer des Paritätischen Paderborn) in das Thema Wohnen der Veranstaltung vom 20.11.2017 im großen Sitzungssaal des Kreishauses Paderborn ein.

Auch Kreisdirektor Herr Dr. Conradi stellt in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung fest: „Wohnen gehört zu den Themen, die uns alle betreffen.“ – und führt weiter aus, dass „wir alle uns dem Bereich Wohnungsversorgung wieder intensiver zuwenden“ müssten – und das Thema Wohnraum einen besonderen Fokus verdiene.

Ziel der Fachveranstaltung sei es, für das Thema Wohnraum und die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt in Teilen des Kreises Paderborn zu sensibilisieren und eine gemeinsame Wissensbasis für die Teilnehmenden zu schaffen, erklärt Herr Krawinkel.
Dazu hat das Netzwerk zwei Fachreferenten für Impulsvorträge gewinnen können. Herr Dr. Heitkamp (NRW.BANK) hat zunächst einen übergeordneten Überblick über Entwicklungen und über die aktuelle Situation der Wohnraumversorgung in Nordrhein-Westfalen gegeben und schon in seinem Vortrag immer wieder die Situation in Ostwestfalen-Lippe und im Kreis Paderborn eingeflochten. Eine zentrale Erkenntnis dabei war die Prognose, dass im Kreis Paderborn bis zum Jahr 2030 ein Rückgang der mietpreisgebundenen Wohnungen um ca. 40% zu erwarten sei. Dies wird zu einer noch deutlicheren Anspannung auf dem Wohnungsmarkt beitragen als sie auch heute schon spürbar ist. Im Rahmen eines Handlungskonzeptes sollten seiner Meinung nach die Kommunen Rahmenbedingungen schaffen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Dabei sei es zentral, das Thema zur „Chefsache“ zu machen und die Politik und die Bürger von vornherein mit einzubeziehen, erklärt Herr Dr. Heitkamp.

Im zweiten Impulsvortrag des Abends hat Herr Robrecht vom Amt für Bauen und Wohnen des Kreises Paderborn anschließend den Blick weiter auf den Kreis und die kreisangehörigen Kommunen gerichtet. Demnach wird der bereits von Herrn Dr. Heitkamp benannte Rückgang der preisgebundenen Mietwohnungen vor allem die Kommunen Bad Lippspringe, Delbrück, Hövelhof, Paderborn und Salzkotten betreffen.

Im anschließenden Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachveranstaltung wurde die Komplexität des Themas sehr deutlich. „Zum Wohnen gehört immer auch ein Umfeld – ein Quartier, das mitgeplant werden muss.“ Gibt Netzwerkmitglied Herr Teschner zu bedenken. Rita Köllner (ebenfalls Netzwerkmitglied und Gleichstellungs- und Familienbeauftragte der Stadt Delbrück) merkt an, dass vor allem ländlichere Gebiete eine stabile Infrastruktur benötigen, um attraktiv als Wohnregion zu sein.

„Diese Veranstaltung kann nur ein Anfang sein“, stellt Jan-Philipp Krawinkel zum Abschluss des Tages fest. „Wir müssen weiter im Kontakt und im Gespräch bleiben, um die vielfältigen Interessen und Bedarfe zu erkennen und zu benennen und dann gemeinsam mit Politik und Verwaltung Lösungen und Handlungskonzepte erarbeiten“ sagte er weiter. Die Arbeitsgruppe Altersarmut des Netzwerks hat angekündigt, die Ergebnisse des Tages auszuwerten und dann zu entscheiden, wie bestmöglich zu der Thematik gemeinsam weitergearbeitet werden kann.