Kinderarmut in Deutschland

Spiegel Online berichtet über aktuelle Zahlen und Entwicklungen zum Thema Kinderarmut in Deutschland.

„Der wirtschaftliche Aufschwung geht an vielen Kindern in Deutschland vorbei. Neue Zahlen zeigen, dass fast jeder fünfte Minderjährige in einer armen Familie lebt. Durch den Flüchtlingsandrang dürfte sich das Problem noch verschärfen.“

Zum Bericht geht es hier.

Erwerbslosigkeit ist Armutsrisiko Nummer 1

Freie Wohlfahrtspflege NRW gibt Pressemeldung zum aktuellen Arbeitslosenreport NRW heraus:

Erwerbslosigkeit ist Armutsrisiko Nummer 1

„Arbeitslosenreport NRW“ belegt: Immer mehr Hartz-IV-Empfänger machen Schulden beim Jobcenter

Münster, 14.12.2015.
Mehr als 16 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung sind armutsgefährdet; das größte Armutsrisiko tragen die Erwerbslosen. 57 Prozent von   ihnen   zählten   im   Jahr   2014   zu   den   Armutsgefährdeten,   so   der   aktuelle Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Außerdem verschulden sich immer mehr Hartz-IV-Empfänger bei den Jobcentern.

Hier geht es zur vollständigen Pressemitteilung und zum Arbeitslosenreport.

100 „Aufstocker“ jährlich mehr!

In einem Artikel im Westfalen-Blatt vom 03.11.2015 über den Haushalt des Kreises Paderborn berichtet die Kreiskämmerei (fast beiläufig) von 100 „Aufstockern“ mehr pro Jahr.

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Die Tücken der Armutsstatistik

Die FAZ berichtet über Kernprobleme der Armutsforschung:

„Wer ist wirklich arm? Selbst die SPD-Sozialministerin meldet Zweifel hinsichtlich der offiziellen Armutsrisikostatistik an. Es gibt zahlreiche Messprobleme. Ein Gastbeitrag.“

Hier geht es zum vollständigen Artikel.

Wenig Geld = arm?

Ein Beitrag über die Armutsquote in der Region Paderborn aus dem Westfalen-Blatt vom 28.08.2015.

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Arme Kinder können schlechter sprechen und zählen

Von dpa

Kinder aus armen Elternhäusern hinken bereits früh hinterher. Die Gefahr, dass sie in ihrer Entwicklung lange vor Beginn der Schule große Defizite aufweisen, ist groß. Die Kommunen müssen gegensteuern, so eine Studie.

Gütersloh (dpa) – Probleme mit der Sprache, das Zählen fällt schwer, Sport und Musik spielen kaum eine Rolle: Viele Kinder, deren Familien von Hartz IV leben, hinken in ihrer Entwicklung laut einer Studie bereits im Vorschulalter hinterher.

Demnach weisen sie mehr als doppelt so viele Defizite auf wie Altersgenossen aus gesicherten finanziellen Verhältnissen. Dies zeigt eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung.

So sprechen über 40 Prozent der armutsgefährdeten Kinder nur mangelhaft Deutsch. Geht es den Familien finanziell besser, haben hier nur rund 14 Prozent große Defizite. Ähnlich sieht es bei Problemen mit der Körperkoordination aus (24,5 zu 14,6 Prozent), dem Umgang mit Zahlen (28 zu 12,4 Prozent) oder Übergewicht (8,8 zu 3,7 Prozent).

Auffällig auch, dass Kinder mit Armutshintergrund kaum Zugriff auf soziale und kulturelle Angebote haben. Nur zwölf Prozent von ihnen lernen ein Instrument. Kinder aus finanziell unabhängigen Familien sind mit 29 Prozent dabei. Auch beim Zugang zu einem Sportverein hinkt die Gruppe mit 46 zu 77 Prozent hinterher. Bei der frühkindlichen Bildung sieht es ebenfalls nicht gut aus. Vor dem dritten Geburtstag gehen nur 31 Prozent der armutsgefährdeten Kinder in eine Kita, bei der anderen Gruppe sind es fast 48 Prozent.

Die Studie weist allerdings daraufhin, dass ein Kita-Besuch kein Allheilmittel ist. Positive Effekte habe die Kita nur, wenn die Gruppen sozial gemischt sind. Bei Kitas in sozialen Brennpunkten funktioniert das aber nicht. Wenn es einer Kommune nicht gelingt, bei Neuaufnahmen für eine sinnvolle soziale Durchmischung in der Kita zu sorgen, müssen die Ressourcen anders verteilt werden, raten die Autoren. «Kitas in sozialen Brennpunkten brauchen dann mehr Geld, mehr Personal und mehr Förderangebote», sagt Brigitte Mohn vom Vorstand der Stiftung.

Für die Studie haben Forscher der Uni Bochum knapp 5000 Schuleingangsuntersuchungen der Jahre 2010 bis 2013 in der Ruhrgebietsstadt Mülheim im Ruhrgebiet analysiert. Nach Angaben der Gütersloher Stiftung wachsen in Deutschland mehr als 17 Prozent der unter 3-jährigen Kinder in Familien auf, die von der staatlichen Grundsicherung leben. «Das Ergebnis aus Mülheim lässt sich gut auf ganz Deutschland übertragen», sagt Kirsten Witte von der Bertelsmann-Stiftung. Die Studie habe ganz Mülheim mit seinen sehr unterschiedlichen Quartieren mit sehr niedrigen und sehr hohen Quoten von Hartz-IV-Empfängern in den Blick genommen.

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, sagte, die Zahlen der Stiftung machen erneut deutlich, dass das Bildungs- und Teilhabepaket aus der letzten Wahlperiode ein einziger Flop sei. Armut und soziale Ausgrenzung dürften nicht vererbt werden, sagte Mascher. Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wolfgang Stadler, sprach von erschreckenden Ergebnissen. Der Paritätische Gesamtverband bemängelte, es ließen sich sich keine wirklichen Anstrengungen der Bundesregierung erkennen, Kinderarmut in Deutschland entschieden zu bekämpfen.